Seit den 90er Jahren ist es allgemein anerkannt, dass die Entwicklung der Strategie die Aufgabe der obersten Geschäftsführung ist; die unteren Hierarchie-Ebenen haben sie zu implementieren. Noch zu Beginn der 00er Jahre erschienen Bestseller, die diese Ansicht unterstrichen und ihr so zu einem unerschütterlichen Dogma verhalfen. (Einige Autoren bezogen sich – irrtümlicherweise -  sogar auf die Gedanken von Clausewitz “Vom Kriege”, wo er zwischen Strategie und Taktik unterscheidet.) Laut einer Studie glauben heute im Schnitt 60% der Mitarbeiter, dass in ihrem Unternehmen eine unsichtbare Linie zwischen den Entwicklern der Strategie und den Implementierenden besteht.

In den 70er Jahren wurden die Strategie und ihre Implementierung in den Management-Büchern wie siamesische Zwillinge behandelt: Die eine bedingt und beeinflusst die andere. Was ist jetzt richtig? Wo liegen die Vor- und Nachteile beider Betrachtungsweisen?

Die scharfe Trennung der Strategie von der Implementierung bringt  Klarheit und hebt die Bedeutung der Implementierung  hervor. Sie bringt aber auch die merkwürdige Situation mit sich, dass sich viele Führungskräfte bei Misserfolg damit rechtfertigen, dass die Strategie an sich zwar brillant war, aber die Implementierung bislang nicht entsprechend war … d.h. andere sind schuld.

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